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Wie stellt man Kompost von hoher Fruchtbarkeit her?

Damit aus Ihren pflanzlichen Abfällen aus Garten und Küche natürlicher Dünger von hoher Fruchtbarkeit entsteht, sind vor allem drei Dinge wichtig, nämlich die richtige Mischung von:

1. Luft
2. Wasser
3. "grünen" und "braunen" Pflanzenabfällen

Klingt doch ganz einfach, oder? Doch was hinter dieser simplen Regel steht sind sehr komplexe Vorgänge, welche die Wissenschaft bis heute noch nicht in allen Einzelheiten aufgeklärt hat.

Nur so viel: Damit die wertvollen Humusstoffe entstehen, ist die Mitwirkung der "richtigen" Mikroorganismen notwendig, die wiederum nur dann arbeiten können, wenn obige drei Bedingungen erfüllt sind. Nur dann können sie sich rasant vermehren und in Zusammenarbeit mit vielen Kleinlebewesen fruchtbaren natürlichen Dünger herstellen. Am produktivsten und am effektivsten arbeitet in dieser Hinsicht der Kompostwurm Eisenia foetida, der deshalb in keinem Kompost fehlen sollte.

Damit die Mikroorganismen ihre Arbeit schneller verrichten können ist das Häckseln der pflanzlichen Abfälle zu empfehlen.

Doch gehen wir zunächst näher auf die obigen drei Punkte ein:

Luft: Bei einem Mangel an Luft (besser: Sauerstoff) findet eine Verfaulung satt, die übel riechende Stoffe freisetzen kann, wie z.B. Fäkalgase. Aus den Pflanzensubstanzen bilden sich dann keine fruchtbaren Huminstoffe, sondern sie vertorfen. Mit genügend Luftsauerstoff kann hingegen eine Verrottung stattfinden, welche praktisch geruchlos abläuft. Allenfalls ist ein Geruch nach Walderde wahrnehmbar. Damit dies geschehen kann, sorgen wir dafür, daß unser Kompost, sagen wir einmal, zur Hälfte seines Volumens aus Luft besteht. Es sollen möglichst keine Bereiche existieren, wohin nicht zumindest ein wenig Luft gelangen kann. Also locker schichten, indem man gröbere "braune" Materialien (z.B. Strauchschnitt und Stroh) mit feineren Materialien (z.B. "grüne" Gemüseabfälle und Grasschnitt) intensiv durchmischt.

Wasser: Damit eine Verrottung stattfinden kann ist Wasser notwendig. Dies wird von den Mikroorganismen (Pilzen, Bakterien) benötigt, damit sie ihre Zersetzungsarbeit zu Huminstoffen bewerkstelligen können. Ohne Wasser kein Leben! Deshalb soll unser Kompost feucht sein und insgesamt ca. 60 bis 80 Prozent Wasser enthalten. Die getrockneten Feststoffe würden also ca. 20 bis 40 Prozent der Kompostmasse ausmachen. Eine Kontrolle kann durchgeführt werden, indem man eine Probe abwiegt und dann nochmals, nachdem sie über eine Stunde im Backofen bei über 100 Grad völlig getrocknet wurde. Die Differenz stellt den verdampften Wasseranteil dar.

Richtige Mischung aus "grünen" und "braunen" Abfällen: Der Dünger, den wir benötigen, soll unsere Pflanzen üppig gedeihen lassen, ob sie sich nun im Gartenboden befinden oder zu Hause in Blumenkästen oder -töpfen. Hierzu müssen alle Stoffe, welche die Pflanzen benötigen verfügbar sein und zwar etwa im richtigen Verhältnis. Nun gibt es einen wesentlichen Unterschied in der Zusammensetzung der holzigen und der krautigen Anteile von Pflanzen: Die holzigen Anteile enthalten sehr viel Kohlenstoff und kaum Stickstoff (Verhältnis ca. 200:1), bei den krautigen Anteilen liegt das Verhältnis Kohlenstoff zu Stickstoff (C/N-Verhältnis) enger (ca. 20:1). Die Rotte läuft am besten ab, wenn das C/N-Verhältnis ca. 15 bis 30:1 beträgt, dann können die Mikroorganismen am besten ihre Arbeit verrichten. Besteht ein Stickstoffmangel, so wird die "Mangelware" lediglich zum Aufbau unserer "Helfer" verwendet und für unsere Pflanzen würde kaum etwas übrig bleiben. Der überschüssige Kohlenstoff würde schließlich als Kohlendioxid in die Luft entweichen und wäre für unsere Zwecke verloren. Überspitzt ausgedrückt, würde der Stickstoff in Form von Kleinlebewesen "davonkriechen", die sich von den stickstoffreichen Mikroorganismen ernährt haben und der überschüssige Kohlenstoff würde sich buchstäblich als Kohlendioxid in Luft auflösen. Von unserem Kompost wäre nach vollendeter Rotte nur noch ein kläglicher Rest an anorganischen Stoffen übrig, der mit dem Regen in den Boden versickern würde.
Auch ein Zuviel an Stickstoff wäre ungünstig, denn der würde als Ammoniak in die Luft entweichen und wäre ebenfalls für unsere Zwecke verloren. "Stimmt" das C/N-Verhältnis hingegen, bilden sich Mikroorganismen, Huminstoffe und Kleinlebewesen. Regenwürmer würden sich wohlfühlen und könnten die Arbeit zum krönenden Abschluß bringen, indem sie organische und anorganische Bestandteile in inniger Weise verbinden und eine relativ stabile, nährstoffreiche, krümelige Erde hinterlassen.

Wie die segensreichen Geschöpfe dies verrichten und was sie sonst noch an kleinen Wundern bewirken erfahren Sie hier.

Weitergehende Informationen zum speziellen Fall der Laubkompostierung.

 

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